
Sebastian Lotzer Wir, Brüder der Vietnamesen, wir, Schwestern der Indianer, wir, Töchter Kambodschas, wir, Söhne Annams. Wir, mit der Wut im Bauch. Wir, mit dem Hass im Kopf, wir, mit der Liebe zueinander. Wir, die Roten Ratten, die Pinscher, die Ungeheuer, bezahlt aus dem Osten, die Rauschgiftsüchtigen, die Monomanen, wir, die Psychopathen, Terroristen, raubenden, plündernden…

Ende September ist unser Freund und Genosse Achim Szepanski gestorben. Wir, politische und musikalische Weggefährten, haben im November in der Montagsbar im Prenzlauer Berg eine Gedenkveranstaltung organisiert. Wir wollen, soweit möglich, zumindestens Teile des Abends für alle dokumentieren, die an diesem Abend nicht dabei waren. Eingeleitet wurde der Abend von Achims Freund und Genossen Sebastian…

“Die Demonstration an jenem 12. März 1977 hatte nichts Fröhliches und Heiteres. Lange, wütende Gesichter, Taschen voll mit Molotows und unter den Regenmänteln ahntest und wusstest du Waffen. Im Zentrum der absolut leeren und angstvollen Stadt bewegte sich der Demonstrationszug langsam auf der Suche nach Objekten voran, aber diesmal konnte es sich nicht darum handeln,…

I have changed my name so often. I′ve lost my wife and children But I have many friends And some of them are with me Leonard Cohen, The Partisan Ein kühler Samstagabend in Kreuzberg. Das niedersächsische SEK lungert mittlerweile in Bereitstellungsräumen herum, in den Medien jeden Tag neue RAF Pornos, in denen der Voyeurismus der…

Und jetzt lag er hier, gute zehn Jahre später und wusste um all die Zusammenhänge, sah den roten Faden, der sich durch sein Leben zog. Wusste alles und doch nichts. Dachte an alle, die da noch draußen in Illegalität unterwegs waren. Die untergetaucht waren, weil sie etwas grundsätzlich Anderes gesucht hatten oder einfach nur weil…

Die Dunkelheit fällt über die Stadt, im Minutentakt Sirenen am Kotti, ein Bullenhubschrauber steht über den Dächern, der übliche Partymob ist heute woanders unterwegs. Der Himmel beginnt sich in allen Farben des Feuerwerks zu färben und es sind noch fast sechs Stunden bis Mitternacht. Wer nichts hat oder alles verloren hat, vertreibt die Geister der…

“Kriegt raus, wo die Heime sind und die kinderreichen Familien und das Subproletariat und die proletarischen Frauen, die nur darauf warten, den Richtigen in die Fresse zu schlagen. Die werden die Führung übernehmen. Und lasst euch nicht schnappen und lernt von denen, wie man sich nicht schnappen lässt – die verstehen mehr davon als ihr.…

Mein Gespräch, meine Lieder mein Hass und mein Glück mein Tag, meine Nacht, mein Vor, mein Zurück meine Sonne und Schatten, Zweifel, die ich hab an dir und in mir bis zum letzten Tag deine Straßen, wo ich fliehe, stolper und fall deine Wärme, die ich brauch, die ich spüre überall Klaus Hoffmann – Berlin…

Es wird Zeit Abschied zu nehmen. So wie einst der Sub verschwand, weil er nur eine Figur war, um etwas Ungehörten Gehör zu verschaffen, so wird es Zeit die Figur des Sebastian Lotzer verschwinden zu lassen. Ursprünglich erschaffen, um das was einst “die Bewegung” war, nicht in dem historischen Gedächtnis der Menschen vergessen zu werden…